Franziskanische Basisgemeinde

Kontakt: Monika Hörmann

Die Franziskanische Basisgemeinde im Interview

Wie gehört Ihr zum OFS?
Wir sind Teil der Region Bayern. Die Einzelnen geben ihr Versprechen in den OFS. Dies beinhaltet auch die Verbindlichkeit der Teilnahme an den Treffen. Von der Region erbeten wir die geistliche Assistenz, für uns ist P. Christian Häfele zuständig.

Zuerst: warum der Name „Basisgemeinde“?
Unsere Gruppe entstand aus einer Jugendgruppe im Franziskanischen Zentrum in Augsburg. Damals waren wir begeistert, wie die Basisgemeinden in Süd-Amerika ihr Leben miteinander teilen. Dies wollten wir auch, deshalb der Name.

Und was ist von der Idee geblieben?
Der persönliche Austausch ist uns sehr wichtig: den Glauben teilen — ganz praktisch in unserem Alltag, Erfahrungen weitergeben aber auch Probleme den anderen anvertrauen, die sie aus franziskanischer Sicht mitbetrachten, das ist ein wesentlicher Punkt unserer Zusammenkünfte.

Und „teilen“ im materiellen Sinn?
Die meisten Mitglieder brauchen keinen finanziellen Ausgleich. Jeder spendet im Jahr, wozu er fähig ist und will — davon unterstützen wir den OFS in Brasilien, oder tragen die Unkosten der Wochenenden mit für die weniger Begüterten unter uns.

Wie setzt sich die Gruppe zusammen?
Momentan sind wir 9 Frauen und 3 Männer im Alter von 40 bis 60 Jahren, Ledige, Verheiratete, teilweise mit Kindern vom Grundschul- bis ins Erwachsenenalter.

Woher kommt Ihr?
Von Passau bis Heidelberg, von Augsburg bis Wangen.

Wie trefft Ihr Euch?
An 5 Wochenenden im Jahr in unterschiedlichen Bildungshäusern/Klöstern.

Wer bereitet die Treffen vor?
Jeweils 2 bis 4 Mitglieder, die räumlich in der Nähe wohnen, gestalten abwechselnd ein Wochenende.

Aber keiner von Euch ist in diesem Beruf vorgebildet...
Das genau trifft auch das Thema „Teilen“. Jeder hat Fähigkeiten, sei es aus dem Beruf, aus Hobbys, Interessen, Erfahrungen. So kann jeder etwas einbringen und kein Wochenende ist wie das andere.

Also, wie verläuft so ein Treffen?
Die Vorbereitenden suchen sich ein Thema aus. Je nachdem wechseln die Elemente ab: Einstimmung in das Thema, Gebet, Gestalterisch-Kreatives, Austausch, Leibübungen — manchmal im Freien, Stille, Meditation, auch Diskussion, Arbeit mit modernen Medien, Feiern etc. Ein besonderer Höhepunkt ist miteinander Gottesdienst feiern, den unser Geistl. Assistent P. Christian hält. Auch hier kommen kreative Ideen zum Einsatz. Immer dabei sind auch Morgen- und Abendlob. Manche Wochenenden haben einen besonderen Schwerpunkt, z.B. ein Familien-Wochenende, wozu die Partner und Kinder eingeladen sind. Einmal im Jahr hat die Stille/Einkehr bei einem Meditationswochenende besonderen Akzent. Durch die Teilnahme an regionalen, franziskanischen Bildungswochenenden oder Begegnungstagen lernen wir andere Gemeinden im OFS kennen.

Und zwischen den fünf Wochenenden können lange Pausen sein...
Wir halten Kontakt untereinander durch Briefe, Telefonate, e-mails; daneben gibt es Ortsgruppen, die sich dazwischen treffen. Hierzu kommen auch Menschen, die nicht Mitglied im OFS sind.

Was hält Euch zusammen?
Es ist der gemeinsame franziskanische Weg, den wir suchen, die Auseinandersetzung mit sich selbst, den anderen Mitgliedern. Inzwischen ist auch menschlich ein großes Vertrauen gewachsen.

Und wenn jemand an der Basisgemeinde interessiert ist?
Wir sind offen für Interessierte. Gäste können zu vereinbarten Wochenenden kommen, „kommt und seht..."

Angela Bentz, Mannheim